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„Wissen alle, was im Pokal möglich ist“

Profis,

Der Tag vor dem Hessenpokal-Viertelfinale gegen den Hessenligisten FSV Fernwald (18. Februar, 19 Uhr) ist zeitgleich auch der hundertste Tag von Daniel Scherning als SVWW-Cheftrainer. Im Vorbericht blickt Scherning deshalb auf wegweisende Aspekte seiner Anfangszeit zurück, ohne dabei den Blick auf den kommenden Gegner zu verlieren. 

Personal

Ryan Johansson wird nach seinen Hüftproblemen wieder im Kader stehen: „Er hat gestern und heute voll mittrainiert. Er ist morgen auch dabei, aber wir werden die Spielzeit noch dosieren“, so Scherning. Robin Kalem (Muskelfaserriss in der linken Wade) wird dagegen fehlen. Zudem fallen auch Simon Stehle (Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel) und Florian Stritzel (Muskelverletzung im rechten Oberschenkel) weiterhin aus.

Daniel Scherning über …  

… den FSV Fernwald: „Sie sind ein spielstarker Hessenligist. Wir haben sie in zwei Spielen beobachtet und uns so akribisch vorbereitet wie auf einen Drittligisten. Der Kunstrasen vor Ort ist eng. Es werden uns viele Zweikämpfe erwarten. Zudem ist Fernwald gefährlich bei Standards und langen Einwürfen. Sie werden dieses Spiel zu ihrem absoluten Highlight machen. Wir wissen alle, was im Pokal möglich ist. Wir brauchen Seriosität, Ernsthaftigkeit und Klarheit. Klar ist, dass wir das Spiel dominieren wollen. Dabei kommt es nicht darauf an, in welcher Liga man spielt, sondern auf die richtige Einstellung. Die wollen wir morgen auf den Platz bringen.“ 

… die Aufstellung für das Pokalspiel: „Wir befinden uns in einer englischen Woche mit drei Spielen in sieben Tagen. Gegen Fernwald werden deshalb ein paar Jungs im Kader stehen, die sich in den vergangenen Wochen richtig gut präsentiert haben, aber bislang nicht die meiste Spielzeit hatten. Das bedeutet aber nicht, dass ich den Gegner unterschätze. Ich betone immer, dass wir einen breiten, qualitativ hochwerden Kader haben und werde mit der Elf beginnen, bei der ich das beste Gefühl habe. So wird morgen zum Beispiel Kevin Broll zum Einsatz kommen, auch um ihn für den Moment bereitzuhalten, in dem er vielleicht nochmal gebraucht wird.“ 

… personelle Entscheidungen: „Das ist nie einfach, weil ich weiß, dass man damit immer jemanden ein Stück weit verletzt. Ich versuche den Jungs zu vermitteln, dass es nie um den Einzelnen, sondern immer um die Sache geht. Diese Entscheidungen gehören zu meinem Job. Unser Job ist es, Spiele zu gewinnen, und mit Hinblick auf dieses Ziel entscheide ich gemeinsam mit dem Trainerteam. Sicher ist nicht jede Wahl immer richtig, aber der Schlüssel liegt in der Kommunikation. Meine Erfahrung aus den letzten zehn Jahren zeigt: Wenn man die Dinge richtig erklärt, schafft man es, dass fast alle Spieler mitziehen – nicht nur die Startelf.“ 

… das Trainingslager als Grundstein des aktuellen Erfolgs: „Wir hatten neun gute Tage als Team und konnten uns noch besser kennenlernen. Dort haben wir die Basis für die Zeit jetzt gelegt. Wenn du eine Mannschaft mitten in der Saison übernimmst, bleibt bis zum ersten Spiel kaum Zeit für intensives Training. Nach der gemeinsamen Zeit im Trainingslager hat man gemerkt, dass unsere Abläufe gefestigt waren und wir uns insgesamt nochmal gesteigert haben.“ 

… die Wichtigkeit von Einzel- und Gruppengesprächen: „Ich bin ein Freund von fast täglichen kurzen Videoanalysen. Das entzerrt die Inhalte ein wenig. Einzel- oder Gruppengespräche sind auch sehr wichtig. Vor allem im mannschaftstaktischen Bereich. Vor dem Spiel gegen Duisburg haben wir das zum Beispiel mit den Innenverteidigern gemacht und ihnen gezeigt, wie sie sich gegen die Stürmer und beim Andribbeln verhalten sollen. Wenn man dann sieht, dass diese Inhalte auf dem Platz funktionieren, ist genau das der Lohn der Arbeit.“ 

… seine Trainingsphilosophie: „Lukas Kwasniok hat mal gesagt: Monotonie ist der Tod einer Mannschaft. Als Trainer stehst du jede Woche vor dieser Herausforderung. Aktuell sind wir in einem Flow, die Jungs haben richtig Bock und Selbstvertrauen. Deshalb geht es für mich gerade eher darum, kleine Reize zu setzen. Letzte Woche gab es im Training einen Moment, mit dem ich überhaupt nicht zufrieden war. Da sehe ich es als meine Aufgabe, gegenzusteuern und Dinge einzufordern. Wir haben einen Anspruch an uns entwickelt und Werte definiert, die wir Woche für Woche abrufen wollen – im Training wie im Spiel, völlig gegnerunabhängig. Es ist eine spannende Aufgabe, die Mannschaft nicht nur inhaltlich, sondern auch emotional und motivierend vorzubereiten.“