Treue Seele der Geschäftsstelle
Wenn im Fußball über prägende Gesichter gesprochen wird, fallen oft Namen von Spielern, Trainern oder Funktionären. Annegret Sievert hatte keine dieser Rollen inne und dennoch wäre ohne sie vieles nicht möglich gewesen. Fast 29 Jahre lang war sie als Mitarbeiterin das organisatorische Herz des SV Wehen, die Stimme am Telefon und die gute Seele der Geschäftsstelle. Sie ist die Frau, die den Verein durch unzählige Veränderungen, Aufstiege und Herausforderungen begleitet hat.
Von der Bank zu BRITA und von dort in den Sport
Für Annegret Sievert war es ein normaler Arbeitstag in der Bank, als plötzlich der Vorsitzende des SV Wehen und BRITA-Gründer Heinz Hankammer vor ihr stand. Ihre Initiativbewerbung hatte den Unternehmer überzeugt und für ihn war klar: Er wollte Sievert abwerben. Kurze Zeit später, im Juli 1992, wechselte sie als seine Sekretärin zu BRITA und übernahm parallel Aufgaben beim Fußballverein. Eine klassische Geschäftsstelle gab es damals noch nicht und doch fand sie dort genau das, was sie suchte: „Ich wollte unbedingt im Sport arbeiten und habe es vom ersten Tag an mit viel Herz gemacht.“ Schnell übernahm sie zentrale Funktionen im Verein: Sie organisierte die Kassenbesetzung an Spieltagen, schrieb Verbandsmeldungen, kümmerte sich um die Zuschüsse und wickelte den Zahlungsverkehr ab. Zudem war sie die wichtigste Anlaufstelle für Spieler, Trainer, Helfer und Funktionäre.
Stets vom Wandel begleitet
Mit dem sportlichen Aufstieg des Vereins wuchs auch der organisatorische Aufwand. Zwischen 1992 und 2021 war "Anne" die Konstante inmitten all dessen, was sich veränderte. Allein fünf verschiedene Arbeitsorte durchlebte sie. Von den ursprünglichen Räumlichkeiten in Wehen-Taunusstein ging es zunächst in die Weiherstraße und später in die Platter Straße in Wehen. Anschließend folgte der Umzug nach Wiesbaden in den Welfenhof in der Mainzer Straße und in die BRITA Arena.
Herausforderungen, die man nie vergisst
Besonders in Erinnerung ist "Anne" ein Ereignis geblieben, das sowohl für den Verein als auch für sie selbst zur Bewährungsprobe wurde. Das DFB-Pokalspiel des damaligen Regionalligisten SV Wehen gegen die erst drei Jahre zuvor Weltpokalsieger gewordene Borussia aus Dortmund im Oktober 2000. „Das Telefon hat nicht mehr stillgestanden. Jeder wollte Tickets haben“, erinnert sich Sievert zurück. „Manche haben angerufen und mussten erst einmal sichergehen, ob das wirklich der BVB aus dem Fernsehen sei.“ Es waren exakt jene Dortmunder, die sich gegen den SV Wehen dann auch lange schwertaten und erst in der Verlängerung mit 1:0 gewannen. „Es waren viele lange und anstrengende Tage. Trotzdem dachte ich schon nur zwei Tage nach dem Spiel: Ich würde es sofort wieder machen.“
„Ich bin zusammen mit dem Verein gewachsen“
Ohnehin hatte die frühere Bankangestellte stets große Freude an ihrer Arbeit. „Es ist mir nie schwergefallen, ins Büro zu fahren, was vor allem an den Personen lag, mit denen ich zusammengearbeitet habe.“ Der SV Wehen wurde zu ihrem beruflichen Zuhause. Am Ende waren es knapp drei Jahrzehnte. „Ich bin über all die Jahre zusammen mit dem Verein gewachsen. Ich bin mit ihm aufgestiegen und so kamen immer neue Ligen und neue Bestimmungen dazu. Es wurde nie langweilig. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich hier nicht mehr weg möchte. Mein Traum, im Sport zu arbeiten, ist in Erfüllung gegangen. Danke an Heinz und Markus Hankammer, dass sie mir das ermöglicht haben.“
SVWW-Fan bis heute
Mit ihrem Renteneintritt im Februar 2021 verließ sie den Verein als Mitarbeiterin, nicht jedoch als Fan. Bis heute verfolgt sie den SVWW mit großer Leidenschaft, hat sich sogar eine VIP-Dauerkarte gesichert und ist bei fast jedem Heimspiel live in der BRITA Arena dabei. Zudem lässt sie es sich auch bei besonderen Auswärtsspielen nicht nehmen, den SVWW vor Ort zu unterstützen, so zum Beispiel bei den beiden Relegationsduellen gegen Bielefeld und Regensburg. Und wenn sie einmal nicht persönlich beim Spiel sein kann, verfolgt sie das Geschehen selbstverständlich über MAGENTA SPORT und fiebert zuhause vor dem Fernseher leidenschaftlich mit.
Zum Abschluss hat sie für alle heutigen Mitarbeitenden einen Wunsch, der von Herzen kommt: „Ich hoffe, dass ihr genauso viel Freude habt wie ich in den fast 30 Jahren.“