Fanmobilität als größter Hebel der Nachhaltigkeit
Der SV Wehen Wiesbaden hatte sein Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am vergangenen Samstag (7. März) zum Nachhaltigkeitsspieltag ausgerufen. Die Transparenz rund um das Thema steht dabei auch ein paar Tage nach dem Sieg gegen die Schwaben im Mittelpunkt. Der SVWW möchte zeigen, welche konkreten Maßnahmen beim Drittligisten ergriffen werden und welchen großen Unterschied der Verein zusammen mit den Fans machen kann.
Nachhaltigkeit hat im Fußball viele Facetten, sei es Energieverbrauch, Logistik, Catering oder Materialeinsatz. Doch ein Bereich sticht heraus, nämlich die An- und Abreise der Fans zum Stadion, wie auch eigens erhobene Daten belegen.
Mobilitätsanalyse: ein genauer Blick auf den Spieltag
Um eine ganzheitliche CO2-Bilanz aufzustellen hat der SVWW im Februar dieses Jahres eine Mobilitäts- & Verkehrsanalyse durchgeführt. An den Heimspielen gegen Schweinfurt und Duisburg wurde zur Erfassung der an einem Spieltag von Fans zurückgelegten Kilometer eine Befragung per QR-Code durchgeführt. Ergänzt wurde diese durch Auswertungen von Ticketing-Reports, Analysen der Ankunftszeiten und Parkplatz-Zählungen.
„Ziel war zu verstehen, wie unsere Fans wirklich anreisen“, so Leonie Schlitt, Stabsstelle Strategie und Nachhaltigkeit beim SVWW. „Daraus wollen wir konkrete Ansätze ableiten, wie wir nachhaltige Mobilität stärken und die Anreise für unsere Fans noch komfortabler und günstiger gestalten können.“
Analyse der Daten
Eine zentrale Erkenntnis ist, dass etwa die Hälfte der rot-schwarzen Fans aus Wiesbaden anreisen. Die kurzen Wege bedeuten dabei grundsätzlich gute Voraussetzungen für nachhaltige Alternativen.
Gleichzeitig zeigt die Analyse aber auch: Das Auto bleibt das meistgenutzte Verkehrsmittel. Knapp die Hälfte der Befragten kommt mit dem PKW (Benzin und Diesel als größte Anteile, ergänzt um Hybrid/Elektro). Daneben nutzen bereits viele Fans den öffentlichen Personennahverkehr. Zudem kommen einige Fans zu Fuß oder mit dem Rad, wobei genau hier noch weiteres Potenzial herrscht.
Ein weiterer wichtiger Hinweis war, dass das RMV-Kombiticket von einem großen Teil der Befragten nur selten genutzt wird. „Für uns bedeutet das jedoch nicht, dass es nicht funktioniert“, so Schlitt. „Vielmehr müssen wir Nutzen und Möglichkeiten des Tickets besser erklären, sichtbarer machen und Hemmschwellen abbauen.“
Zudem ergibt sich auch bei den Fans der Auswärtsmannschaften ein klares Bild. Die Mehrzahl der Gäste reist individuell an, ebenfalls häufig mit dem PKW. Das zeigt, dass Mobilität ein vereinsübergreifendes Spieltagsthema darstellt.
Weiterentwicklung für die Zukunft
Das Ergebnis unserer CO₂-Bilanz ist eindeutig. Mehr als die Hälfte unserer Emissionen hängen an der Anreise der Fans. Deswegen gilt es als Verein genau hier anzusetzen. Die BRITA Arena als Heimspielstätte des SVWW ist grundsätzlich gut erreichbar mit ihrer Nähe zum Hauptbahnhof, mehreren Bushaltestellen und Laufwegen aus dem Stadtzentrum. Zudem wurde als Maßnahme der ersten SVWW-Mobilitätsanalyse in der Saison 2023/24 abgeleitet, Fahrradständer vor der Arena zu installieren. Perspektivisch sollen weitere Schritte folgen. Der Fokus liegt hierbei auf der E-Mobilität und einer stärkeren Spieltagskommunikation. „Für die Zukunft wollen wir vor allem den ÖPNV sowie Rad- und Fußwege sichtbarer machen und die Nutzung des Kombitickets besser erklären und stärker aktivieren“, fasst Schlitt zusammen.
Mehr zu unserem Engagement findet ihr jederzeit im Bereich „Verantwortung“ auf der SVWW-Homepage.



