„So gewinnst Du kein Spiel“
Die Stimmen von SVWW-Cheftrainer Daniel Scherning, Kapitän Fatih Kaya, Rekordspieler Sascha Mockenhaupt und Gästecoach Samir Ferchichi zur 1:4-Niederlage des SV Wehen Wiesbaden gegen den TSV Havelse.
Sascha Mockenhaupt:
„Jeder hat eine eigene Idee gehabt, egal ob im Spielaufbau oder im Gegenpressing. Wir hatten keine Struktur und keine Abläufe. Ziel war es, einfachen Fußball zu spielen, stattdessen haben wir es uns maximal schwer gemacht. Es gab viel mehr Optionen, zusammenzuspielen. Wir haben nie den freien Mann gesehen und sind in drei Leute reingerannt. Dann verlieren wir den Ball und sind komplett offen. Natürlich gehst du am Ende ein bisschen mehr ins Risiko, um noch den Ausgleich zu machen. [Wie wir am Ende verteidigen,] ist aber maximal naiv. Es gibt wahrscheinlich sechs, sieben Anlaufstellen, bei denen wir [in der Fehleranalyse] anfangen können. Fakt ist, so gewinnst Du kein Spiel. Jeder muss sich an die eigene Nase fassen und hinterfragen.“
Fatih Kaya:
„Das Auftreten in den letzten zwei Spielen, vor allem die erste Halbzeit in Aachen und die zweite Hälfte heute, war zu wenig. Die Gegentore fallen viel zu einfach. Das ist nicht das, was uns zum Start der Rückrunde stark gemacht hat. Wir müssen wieder zur Kompaktheit und zu unserer defensiven Stärke zurückfinden. Wir wollen die Saison konzentriert und seriös zu Ende spielen. Es ist jetzt an der Zeit, eine Reaktion zu zeigen, damit das nicht noch einmal passiert. Wir sind enttäuscht von unserer Leistung. Das Spiel heute darf nicht unser Anspruch sein.“
Daniel Scherning:
„Es geht direkt mit einem Nackenschlag los. In den ersten 30 Minuten haben wir gegen den Ball nicht gut ausgelöst. Dadurch konnte Havelse das Zentrum überladen und es war schwierig, Zugriff zu bekommen. In der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit haben wir das besser gemacht und verdient das 1:1 geschossen. Nach dem 1:2 müssen wir das 2:2 machen. Dasselbe Thema hatten wir schon gegen Rostock, als wir aus unseren tausendprozentigen Chancen nichts gemacht haben. Hinten raus ist es für Havelse dann viel zu einfach gewesen, Tore zu erzielen. Da haben die Gegenwehr und die Struktur gefehlt. Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir das, was uns Wochen und Monate ausgezeichnet hat, nicht wegschmeißen.“
Samir Ferchichi:
„Wir sind gut ins Spiel gestartet und bekommen durch unseren eigenen Einwurf unglücklich das 1:1. Dann müssen wir die ein oder andere Situation überstehen. Im Spiel am Ball waren wir in der Struktur aber die klar bessere Mannschaft. Wir haben ein paar Umschaltmoment zugelassen. Am Ende haben aber die Spieler, die reingekommen sind, den Impact gebracht, um verdient mit 4:1 zu gewinnen. Wir haben sehr viele gute Fußballer und eine klare Spielidee, die aber nur funktioniert, wenn alle an einem Strang ziehen. Dieses Mindset hat die Mannschaft. Es ist das A und O, diese Mentalität, diese Gier und vor allem auch diese Leidenschaft in Kombination mit den fußballerischen Elementen auf den Platz zu bekommen.“



