"Sollten einen hohen Anspruch an unsere Leistung haben"
Am 36. Spieltag der 3. Liga empfängt der SV Wehen Wiesbaden den Tabellenführer VfL Osnabrück. Anpfiff in der BRITA Arena ist am Sonntag (3. Mai) um 16:30 Uhr. Im Vorfeld der Partie spricht SVWW-Cheftrainer Daniel Scherning im Spieltagsinterview unter anderem über den Umgang mit Rückschlägen, die Rolle von Rückkehrer Simon Stehle sowie den kommenden Gegner und einen in Summe besonderen Fußballnachmittag.
Personal
Niklas May wird nach seiner Gelb-Roten Karte gegen Aue gesperrt fehlen. Zudem werden auch Gino Fechner (Muskelfaserriss im linken Oberschenkel), Florian Hübner (leichte Gehirnerschütterung), Ryan Johansson (Adduktorenprobleme) und Orestis Kiomourtzoglou (muskuläre Probleme) weiterhin nicht zur Verfügung stehen.
Daniel Scherning über …
... den Umgang mit Rückschlägen: „Das Spiel gegen Aue ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Dinge aktuell eher mal gegen uns laufen. Wir sind zweimal in Führung gegangen, konnten sie aber jeweils nur kurz halten. Gerade das erste Gegentor entsteht aus einer Standardsituation, in der Aue aus relativ wenig viel gemacht hat. Wir haben im Gegenzug 15 eigene Ecken, erzielen daraus aber ‚nur‘ ein Tor. Der Aufwand passt im Moment nicht zum Ertrag. Diese Situationen sind im Fußball keine Seltenheit. Dagegen müssen wir uns stemmen, um die Kleinigkeiten wieder in unsere Richtung zu lenken. Dazu braucht es Glaube und Haltung, vor allem aber Konsequenz. Als Trainer ist es meine Aufgabe, den Finger in die Wunde zu legen, diese Themen in der Analyse anzusprechen und unter der Woche gezielt daran zu arbeiten. Trotzdem möchte ich den Jungs ein gutes Gefühl mitgeben und den Glauben daran, dass wir den Bock am Sonntag umstoßen können.“
... den Rückkehrer Simon Stehle: „Simon ist gefühlt ein Neuzugang. Es ist schön, dass er jetzt kontinuierlich trainiert und uns dadurch auch am Wochenende zur Verfügung steht. Darüber bin ich sehr froh. Er bringt eine Komponente ins Team, die wir in dieser Form bisher nicht so ausgeprägt hatten: viel Tiefgang, hohes Tempo und die Fähigkeit, sowohl ohne Ball als auch im Dribbling die letzte Linie zu bedrohen. Dazu kommen eine hohe fußballerische Qualität und eine enorme körperliche Wucht. Damit gibt er der Mannschaft etwas, das uns über viele Wochen gefehlt hat.“
... die Besonderheit gegen seinen Ex-Verein zu spielen: „So ein Spiel ist immer etwas Besonderes, egal ob beim VfL an der Bremer Brücke oder bei uns zu Hause. Sie haben mir damals die Möglichkeit gegeben, den Sprung vom Co-Trainer in Paderborn zum Cheftrainer im Profibereich zu machen. Dafür bin ich ihnen bis heute dankbar. Ich habe eine sehr gute Verbindung zu Osnabrück und gönne ihnen den aktuellen sportlichen Erfolg. Ich freue mich auf das Wiedersehen. Trotzdem stehe am Sonntag nicht ich, sondern die Spieler und das ganze Drumherum im Mittelpunkt.”
... den kommenden Gegner: „Beim VfL tun alle elf Spieler alles dafür, defensiv stabil zu stehen. Sie geben dem Gegner wenig Abschlüsse und wenig Großchancen und lassen so auch nur wenige Gegentore zu. Nach Ballgewinnen schalten sie sehr gut um und haben gerade in der vordersten Linie Spieler mit einer hohen fußballerischen Qualität, die zudem viel Speed im Rücken der letzten Linie anbieten. Sie stehen zurecht da, wo sie stehen, und sind ein gutes Beispiel dafür, was man mit einer stabilen Defensive erreichen kann. Den Meistertitel werden sie sich in diesem Jahr nicht mehr nehmen lassen.”
… die Strategie am Sonntag: „Wir brauchen eine gute Balance zwischen Angriffsmomenten und einer guten Restverteidigung und Konterabsicherung. Es geht um ein gutes Management zwischen Chance und Risiko und darum, wie wir uns gegenseitig absichern. Dafür werden wir eine stabile und läuferisch starke Leistung brauchen. Es wird darauf ankommen, dass du deine direkten Duelle gewinnst und wir müssen die Chancen, die wir bekommen, konsequent nutzen, denn es werden nicht viele sein. Die Basis muss sein, dass wir unser eigenes Tor schützen. Je länger das Spiel dauert, desto mehr Möglichkeiten und Räume werden sich in der Spieldynamik ergeben. Es wird eine enorme Wucht auf uns zukommen, auch durch die Fans, die sie mitbringen. Das wird eine außergewöhnliche Atmosphäre, die wir über unsere Art zu spielen kontrollieren müssen. Es kommt die beste Mannschaft der Liga auf uns zu. Es wird ein toller Moment und eine große Herausforderung. Ich freue mich extrem darauf.“
… den Einfluss eines Osnabrücker Aufstiegs vor dem eigenen Spiel: „Was wir beeinflussen können, ist unsere Vorbereitung auf das Spiel und die ist unabhängig davon, was drumherum passiert. Auch an unsere Leistung sollten wir einen hohen Anspruch haben, egal ob Osnabrück in dem Moment vielleicht schon aufgestiegen ist oder noch einen Punkt braucht. Wir wollen unser Heimspiel gewinnen, das ist unser klares Ziel. Darauf konzentrieren und fokussieren wir uns.“
Service
Über die Social-Media-Kanäle des SVWW kann die Partie mitverfolgt werden. Alle wichtigen Informationen, Eindrücke und Ergebnisse gibt es auf Facebook und Instagram. Live ist das Spiel im Stream bei Magenta Sport zu sehen (Abonnement benötigt).
Das Spieltagsinterview als Video gibt es hier.



