"Wir brauchen Zusammenhalt und Energie"
Zum letzten Auswärtsspiel am 37. Spieltag der 3. Liga reist der SV Wehen Wiesbaden zum FC Energie Cottbus. Anpfiff im LEAG Energie Stadion ist am Samstag (9. Mai) um 14 Uhr. Im Vorfeld der Partie spricht SVWW-Cheftrainer Daniel Scherning im Spieltagsinterview unter anderem über das vergangene Spiel gegen den VfL Osnabrück und dessen Nachbereitung, den kommenden Gegner und die damit verbundenen Herausforderungen sowie die Herangehensweise am Spieltag.
Personal
Niklas May steht nach seiner Gelb-Roten Karte gegen Aue wieder zur Verfügung. Zudem besteht auch bei Orestis Kiomourtzoglou (muskuläre Probleme) die Option, dass er am Wochenende wieder im Kader steht.
Fabian Greilinger wird nach seiner fünften Gelben Karte im Spiel gegen Osnabrück dagegen fehlen. Zudem stehen auch Donny Bogicevic (Magen-Darm-Infekt) und Milad Nejad (Wadenprobleme) nicht zur Verfügung. Gino Fechner (Muskelfaserriss im linken Oberschenkel), Florian Hübner (leichte Gehirnerschütterung) und Ryan Johansson (Adduktorenprobleme) stellen ebenfalls noch keine Option dar.
Daniel Scherning über …
... die späte Niederlage gegen den VfL: „Die Niederlage ist extrem ärgerlich. Vor allem die Art und Weise, wie sie zustande gekommen ist. Dieses Gegentor nach einer Standardsituation in der Nachspielzeit tut dann besonders weh. Der ganze Tag war sehr speziell. Der VfL hat durch die vielen mitgereisten Fans das Stadion schon ein Stück weit in seine Hand genommen, abgesehen natürlich von unserer eigenen Kurve. Dazu kamen dann noch der Platzsturm und die ganzen Emotionen. Als gegnerischer Trainer ist das natürlich kein Moment, den man gerne erlebt. Uns war vorher klar, dass die Bühne außerhalb des Platzes ihnen gehören würde. Aber wir wollten die Bühne auf dem grünen Rasen für uns haben. Genau das haben wir uns im Laufe der zweiten Halbzeit aus der Hand nehmen lassen.“
… die Nachbereitung des vergangenen Spiels: „Gegentore nach Standardsituationen sind natürlich immer ein Thema in der Nachbetrachtung. Es ist wichtig, über die Dinge zu sprechen, die wir gut gemacht haben, aber auch über die, die weniger gut waren. Dazu gehören aktuell definitiv die defensiven Standards. In unserer momentanen Phase bekommen wir darüber einfach zu viele Gegentore und wir haben jetzt wieder gesehen, dass so ein Moment ein Spiel entscheiden kann. Dadurch haben wir auch diesen Punkt verloren, den wir in der 92. Minute eigentlich schon hatten. Wenn du dir die letzten Spiele anschaust: Gegen Mannheim schießt du drei Tore, in Aue zwei und jetzt zu Hause gegen Osnabrück wieder zwei. Trotzdem holst du aus diesen drei Spielen nur zwei Punkte. Dann passt der Aufwand, den wir aktuell betreiben, nicht zum Ertrag, den wir am Ende haben.“
… seine Einschätzung des FCE: „Uns erwartet eine sehr heim- und offensivstarke Mannschaft. Der FCE versucht immer, nach vorne zu spielen und viel Druck auszuüben. Es ist ihr letztes Heimspiel, die Ausgangslage ist klar und gleichzeitig besonders, weil am Freitag schon das Spiel von Duisburg in Aue stattfindet und sie dieses Ergebnis mit einordnen werden. Ich glaube, dass uns eine extrem intensive Partie bevorsteht. Wenn du im Stadion der Freundschaft vor 20.000 Zuschauern spielst und praktisch das ganze Stadion gegen dich hast, dann ist das zwei Spieltage vor Schluss schon eine besondere Atmosphäre. Für sie geht es um den Aufstieg, entsprechend emotional und intensiv wird das Ganze werden. Für ein Auswärtsteam ist das sicherlich keine einfache Aufgabe. Aber genau das muss uns auch motivieren.“
… die Herausforderungen am Samstag: „Wichtig wird sein, von Beginn an das Stadion zu kontrollieren. Über unsere Lautstärke, unsere Energie und darüber, wie wir mit der Atmosphäre umgehen. Gerade in den eigenen Umschaltmomenten müssen wir die Räume, die uns vielleicht gegeben werden, konsequent, zielstrebig und mit hoher Qualität nutzen. Wir treffen auf eine Mannschaft mit großer individueller Qualität. Aber die haben wir in unserem Team auch. Unsere Mannschaft hat über einen langen Zeitraum in dieser Saison gezeigt, dass wir zusammen Spiele gewinnen können. Wir wollen ein gutes Spiel machen. Dafür werden wir viel Zusammenhalt und Energie brauchen. Wir müssen in Ballbesitz gute Abstimmungen haben, die Abstände geringhalten und Lösungen finden, gemeinsam Fußball zu spielen. Gleichzeitig müssen wir die gegnerischen Umschaltmomente kontrollieren. Wir brauchen Stabilität und Konsequenz. Wir wollen die aktuelle Sieglosserie durchbrechen. Wenn wir dort bestehen, gibt uns das für die restlichen Aufgaben nochmal viel Kraft.“
… die Herangehensweise für die Auswärtspartie: „Wir müssen in allen Spielphasen Klarheit ausstrahlen, Ruhe bewahren, konsequent auftreten und vor allem widerstandsfähig sein. Wir müssen uns gegen die Kulisse, gegen den Gegner und gegen das Momentum wehren, das sie zwei Spieltage vor Schluss in ihrem eigenen Stadion auf ihre Seite ziehen wollen. Gleichzeitig müssen wir mit voller Überzeugung in dieses Spiel gehen und an uns selbst glauben, denn wir sind eine gute Mannschaft. Das haben wir im Hinspiel gezeigt und auch in vielen anderen Spielen dieser Saison bewiesen. Dieser Glaube wird wichtig sein. Der muss am Samstag auf dem Platz sichtbar sein. Dann bin ich auch überzeugt davon, dass wir eine gute Leistung zeigen und die Chance haben, dort etwas zu schaffen, was uns in diesem Moment vielleicht nicht mehr ganz so viele zutrauen.“
Service
Über die Social-Media-Kanäle des SVWW kann die Partie mitverfolgt werden. Alle wichtigen Informationen, Eindrücke und Ergebnisse gibt es auf Facebook und Instagram. Live ist das Spiel im Stream bei Magenta Sport zu sehen (Abonnement benötigt).
Das Spieltagsinterview als Video gibt es hier.



